Schrei nach Hilfe

SAMSUNG CAMERA PICTURESDer Nachteil von Menschen, die einen für kompetent halten, ist der, dass man im ersten Moment, wenn sie Kompetenz erwarten, denkt: „Oh mein Gott, wär ich doch bloß wo anders gewesen“. Ich bin heute beauftragt worden im Namen der Inklusion, mir zu überlegen, wie man die Problematik von Behinderten dem nichtbehinderten Gesellschaftsanteil näherbringt. Ich bin mehr fürs Fühlen als Hören, Sehen usw. Spontan fallen da einem die Klassiker ein, wie „Setz dich in einen Rollstuhl und fahr den Bordstein rauf und runter.“

Aber schön und gut, ich glaube schon, dass der eine oder andere nicht in der Lage ist, nachzuvollziehen, solange er es selber nicht machen musste. Und trotzdem würde ich gerne noch Alternativen anbieten können. Auf dem Nachhauseweg habe ich eher an so eine Art Ralley gedacht mit Gruppen, die dann Aufgaben gestellt bekommen, wie „Geh shoppen, kauf dir ein Oberteil, was du vorher in der Umkleidekabine anprobiert hast“; „Dein Rollstuhl hat einen Platten, finde heraus, wen du holen kannst“. Ganz weit weg von der Problematik des Alltags „Fülle irgendeinen Antrag für irgendwelche Leistungen aus“. Sicher wird mich die Muse im Laufe der Zeit mehrmals geküsst haben, spätestens wenn man das Haus verlässt wird man abgeknutscht. Trotz meines eigenen Blogs jedoch, auch wenn man einen anderen Eindruck bekommt, sehe ich mich nicht als Nonplusultra. Und es wäre sicher zusätzlich sinnvoll und interessant für Außenstehende nicht nur die Leiden der weniger jüngeren Elwira (auf die Gefahr hin, dass Goethe sich wendet) dargestellt zu sehen, sondern auch das Spektrum an Hindernissen und Barrieren für alle Behinderten spürbar zu machen. Deshalb wäre es schön, wenn ich noch kreative Vorschläge einholen könnte. So bitte ich die Gehinderten da draußen ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen, um mir Ideen schicken zu können.

Jetzt reite ich aber immer wieder darauf rum, dass ich nicht nur den Blog schreibe, um Behinderten zu erzählen, dass ich auch behindert bin und was ich nicht alles kann. Sondern der Blog soll auch den physisch Privilegierten die Vorteile ihres Privilegs aufzeigen. Und an der Stelle muss ich zurückdenken, wie oft ich schon Abende lang mit Privilegierten zusammensaß und ihnen Vorträge gehalten habe, wie man das so als Behinderter sieht und wie man möchte, dass man mit einem umgeht. Man hätte vielleicht „unaufgefordert“ in den Satz bauen sollen. Spaß beiseite, ich hab ehrlich gesagt diese Runden genossen, nicht weil der Fokus auf mir lag, sondern man fühlt sich in dem Moment ernst genommen, ich habe nichts davon, wenn man aus lauter Rücksicht, sich nicht traut, mir irgendwelche Fragen in Bezug auf meine Behinderung zu stellen. Respekt ist doch was anderes. Auch hier würde ich mir wünschen, die Möglichkeit haben zu können, auf Fragen einzugehen. Wo besteht noch Aufklärungsbedarf? Was wollte man schon immer von Behinderten wissen? Deshalb auch hier die Bitte an die Nichtbehinderten da draußen, die netterweise meinen Blog lesen, mir Vorschläge zu machen.

Denn ich glaube fest daran, dass nur wenn diese beiden Gruppierungen zusammenkommen, kann was Besseres entstehen, für beide. Und jetzt wieder mein Lieblingsbeispiel Männlein und Weiblein, da funktioniert es ja auch und muss noch funktionieren. Man muss nur den Anfang machen. Um Klischees und Vorurteile aus dem Weg räumen zu können. Also bitte nochmals, meldet euch bei mir, ich bin für alle Vorschläge und Fragen offen. Meine Email: elwiraszyca@yahoo.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s