Inklusion – wie sie sein sollte

Ich will, dass mich mein Blog wiedergibt, wie ich nicht gesehen werde, aber253858_web_R_K_B_by_Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de gesehen werden will. Hierzu ein Beitrag aus einer Ecke, aus der ich ihn am wenigsten erwartet hätte. Einem Modeblog. Inklusion mal anders. Und vor allem gut, davon können sich so einige andere Bereiche, mit denen ich zu tun habe, mehr als eine Scheibe abschneiden.

Respekt, wie ein Mensch ihn verdient, der sich nicht nur leid tun will, weil überall Barrieren sind, wie Mauern, die einen ausschließen. Dabei sind die größten Probleme nicht die Mauern, sondern die Bretter vor den Köpfen. Eine überraschende Weitsicht an einer Stelle, an der ich es nicht erwartet hätte.

Ich glaube, dass ein Foto von mir in einem kurzen Kleid, ein anderes Bild von einer behinderten Frau wiedergibt und zum Denken anregt. Zumindest habe ich das gehofft. Das haben mir auch die Besucherzahlen bestätigt. Und es sollte ja nicht nur ein Foto sein, auf dem ich hübsch aussehe, sondern widerspiegeln, dass es für mich wichtig ist, mich gut anzuziehen, wie für jede andere Frau auch. Und eins meiner Lieblingshobbies ist Shoppen. Aber sozialkritische Texte und daneben sogenannte Modefotos, was auch immer Modefotos sind. Der Spagat zu groß? Ich denke schon.

Auf der anderen Seite sind diese vier Kleiderschränke, das erfolgreiche, mehr oder weniger disziplinierte Abnehmen, was trotz allem Früchte getragen hat und das Gefühl die Welt umarmen zu können. Und dann fiel mir ein „BWL“. Und mit BWL „Outsourcing“. Ich bin auf eine Seite gestoßen, auf der man Bilder von sich hochladen kann, in Klamotten, von denen man denkt, dass man darin schön aussieht und gegebenenfalls revolutionär ist. Auch wenn bei mir das revolutionäre unter dem Hintern ist und nicht das, was ihn verpackt. Als ich dann meine Anmeldung verschickt habe, wusste ich nicht was passieren wird. Es wurde akzeptiert. Ich war sehr nervös, als ich das erste Foto rein stellte. Wie würden die Reaktionen sein? Ich glaube nicht, dass ich wirklich mit Mobbing gerechnet habe. Dafür bin ich dann doch zu selbstverliebt. Kritik an mich? Nein.

Aber was passierte, konnte ich so nicht erahnen. Ich habe eher damit gerechnet: „Toll, behindert und trotzdem…“ Nein, die fanden das Kleid super. Die fanden die Hose super. Die fanden das Oberteil super. Und so weiter. Die Mädels waren wirklich süß, aber nicht bemitleidend. Ich habe mir zwischendurch die Fotos angesehen, um zu sehen, ob man den Rollstuhl überhaupt sieht. Weil überhaupt kein Wort vom Rollstuhl kam. Das tat unheimlich gut. Kompetenz in einem Bereich bestätigt zu bekommen, ohne „Oh, obwohl…“ Noch nicht mal ein „Wie kommt man in ein Kleid rein, wenn man behindert ist?“ Was auch neu wäre, weil ich normaler Weise immer nur erkläre, wie ich die Bordsteine und Bahnen bezwinge. Und keine knappen Kleidchen. Vielleicht sollte man auch an der Stelle den Tag nicht vor dem Abend loben. Vielleicht müsste ich erstmal ein furchtbares Foto von mir hochladen, um die MODErnen Geister zu prüfen. Vielleicht ließt das hier einer der Lobsänger. Aber vorab ist mein Fazit: Danke an Euch alle. Ihr wisst gar nicht was ihr mir Gutes getan habt. So stelle ich mir Inklusion vor.

(Foto: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de)

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2 Gedanken zu „Inklusion – wie sie sein sollte

  1. Pingback: Erinnerung | ;Das denke ich… Elwira Szyca

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