Schräge ARbeitsGEmeinschaft

SAMSUNG CAMERA PICTURESEs gibt mittlerweile gute Nachrichten von der ARGE. Ich habe meinen Bescheid und sogar noch ein anderes Schreiben, was Geldsegen bedeutet, von Herrn Y bekommen. Es ist schon lustig, wenn 5 Briefe vor einem liegen, 2 sind gut, 3 sind böse. Die guten von Herrn Y, die schlechten von Frau X. Wieso diese Zuteilung? Es stellt sich mir die Frage, ob es nicht günstiger wäre, den gesamten Sachverhalt eines „Kunden“ von einem Mitarbeiter bearbeiten zu lassen. Denn im Grunde könnte man jetzt davon ausgehen, dass das Aggressionspotenzial gegenüber Frau X so weiter geschürt wird. Welche komplexen Gedankengänge stecken dahinter? Ist das Konzept der ARGE überhaupt durchdacht? Übrigens: Die Bezeichnung des Hilfeempfängers der ARGE als „Kunde“ klingt in meinen Ohren wie Hohn.

Die Schreiben, die man von der ARGE bekommt als ihr „Kunde“ sind ja sowieso vorformuliert, also die Argumentation, dass der eine solche Briefe besser schreibt, und der andere jene, ist wohl nicht mehr gegeben. Und wenn wir schon mal bei der Vorformulierung sind, muss der Tonfall der Formulierung einen zum „Dreck“ machen? Muss man mit Konsequenzen bedroht werden und Vorwürfe gemacht bekommen, so wie in meinem persönlichen Beispiel „nach unseren Erkenntnissen“, „zu Unrecht erhalten“? Die ARGE hat immer noch mit Menschen zu tun. Wäre ein respektvoller Ton da nicht angebracht? Ich persönlich fühle mich von solchen Schreiben heruntergezogen und menschenunwürdig behandelt.

Ich möchte keinesfalls irgendwelchen Überfällen auf ARGE-Mitarbeiter zustimmen, dennoch kann ich solche Taten aus der Verzweiflung heraus nachvollziehen. Vielleicht ist schon von Anfang an das Problem da, dass der einzelne, der auf die Hilfen der ARGE angewiesen ist, sich in der Maschinerie der Bürokratie verloren fühlt. Ich fülle die Anträge schon eine ganze Weile aus, und ich muss sagen, dass ich bis heute nicht das Gefühl habe, dass ich wirklich das eintrage, was die von mir wissen wollen. Weil die Fragestellung teilweise zu allgemein ist und an anderer Stelle scheint es sich zu wiederholen. Wenn die ARGE Hilfsleistungen stellt, sollte das nicht so kompliziert und aufwendig sein, denn freiwillig geht wohl kaum einer dahin.

Warum kann der Aufbau dieser Institution nicht so sein, dass sie einem zur Verfügung steht, auch in anderen Lebenslagen und -fragen? Ich stelle mir eine Motivation vor, eine Stärkung des Selbstwertgefühls. Dass einem mehr Möglichkeiten aufgezeigt werden, was man trotz der Arbeitslosigkeit noch parallel machen kann, um sich wertvoll zu fühlen. Vielleicht war das die Idee hinter dem 1€-Job, aber es wirkt eher wie eine Zwangsmaßnahme. Sicher gebe es auch Möglichkeiten, über die ehrenamtlichen Beschäftigungen Lebensqualität zu erreichen. Mir persönlich wurde weder das eine noch das andere angeboten, obwohl ich gefragt hatte. Dabei ist meiner Meinung nach eine Beschäftigung und das Gefühl, gebraucht zu werden, ein sehr wichtiger Anteil der Lebensqualität.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s