Kok-Oh-weh

SAMSUNG CAMERA PICTURESSamstagabend. Ich bin einem Komplott auf der Spur. Wie hängt das Fernsehprogramm mit dem Geburtenrückgang zusammen? Ist das Fernsehprogramm an einem Samstagabend für den demografischen Wandel verantwortlich? Fünf verschiedenen Varianten des Tatorts, willkommen bei Carmen Nebel, eine Sendung, wo ich mich frage ob das nicht eine Therapie für Wachkoma Patienten ist. „Wach werden zum Umschalten“. Auf den Dokumentationssendern, die gerne mal an einem Samstagabend „Hitler – Wie er Maler werden wollte, aber nicht sollte“ zeigen, alternativ vielleicht noch Reportagen aus dem Todestrakt irgendwelcher amerikanischer Gefängnisse, die uns eine Selbstverliebtheit eines altertümlichen Systems näher bringen. Nicht, dass ich das gerne gucken würde, aber noch nicht einmal das lief. Man hätte sich vorher überlegen müssen ob man Kinder haben will. Vielleicht ist das die Antwort auf die Fortpflanzungsträgheit im Lande. Viele waren cleverer als ich und haben diesen Aspekt des Kinder kriegen bedacht. Das man dann samstags zu hause sitzt und wahrscheinlich Fernsehen sieht.

Also tue ich mir das Familienprogramm an: Kokowääh. Ich hatte so eine Art Déjà-vu, ich hatte das Gefühl den Film schon mal gesehen zu haben, vielleicht nicht direkt mit dem Thema, aber der Witz, der Aufbau, die Hauptfigur. Steht die Bezeichnung „Til Schweiger Film“ dafür, wer den Film gemacht hat oder eher für den Stil des Filmes und was heißt das für meine eigenen Texte? Wann ist es mein Stil, den man aus den Texten raus hört und wann weist es auf fehlende Kreativität meinerseits hin und die Texte werden zu einem gegenseitigen Abklatsch von sich selbst. Sogar der Musikstil in diesem Film blieb dem Stil seiner Vorgänger treu. Kann ich nun froh sein, dass ich für meine Texte keine Musikuntermalung brauche? So entgeht mir eine mögliche Variation, aber blöd wenn es sich auch dann gleich angehört hätte. Vielleicht liegt das an meinem Lebensumstand, aber ich bin kein großer Fan von Filmen mit Kindern. Wenn man doch ganz ehrlich ist, es gibt nur zwei Arten von Kindern in Filmen. Der kleine süße Unschuldige,der so süß und unschuldig ist, dass man aggressiv wird und das Aufmüpfige, das einen nervt und bei dem man allerspätestens merkt, dass Erwachsene ihnen die Worte in den Mund legen. Frech und altklug, auch hier nur so, dass man zuschlagen will. Hier zu sehen wenig überraschend der altkluge Typ. Auch an dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein in wie weit eine Darstellung solcher Kindercharaktere sich auf den Kinderwunsch ausübt. Sehr schwierig empfinde ich das, wenn Kinder in die Berufe ihrer Eltern gezwungen werden, egal ob sie sie beherrschen oder nicht. Ich erwarte nicht von meinem Kind, dass es Hartz 4 Empfänger wird. Die Darstellung des Kindes in diesem Film wirkte auf mich hölzern. Sollte das Kind debil wirken? Es wäre vielleicht netter es als „intellektuell eingeschränkt“ zu bezeichnen. Hat mich wenig überzeugt und wirkte gequält.

Überzeugender war meinen Sohn an diesem Abend in der Rolle „Nein ich will mein Zimmer nicht aufräumen“ gefolgt von „Baden will ich auch nicht“. In diese Situation konnte ich mich komplett einfühlen. Obwohl, beim näheren Hinsehen fand ich das auch viel zu emotional, aggressiv, viel zu laut dargestellt. Die Spannungskurve fehlte auch hier, wie so oft zum Höhepunkt kam es zu spontan, aber überraschend war es nicht wirklich. Es war eher eine weitere Szene in einer andauernden Serie, die doch keiner sehen will. Sollte der Samstagabend nicht besonders entspannend sein? Zumindest spare ich mir hier das Geld für eine private Schauspielschule. Bei aller Liebe zum positiven Denken, mein Appell ist an dieser Stelle: mehr Kinder braucht das Land und vor allem ein besseres Fernsehprogramm.

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