Experimentiert

Ich hätte Monk sehen sollen. Aber was solls? Irgendwann kann ich die einzelnen Folgen mitsprechen. Mittlerweile fallen mir sogar nicht zu Ende gedachte Lösungen auf. Stattdessen habe ich aus dem Zufall heraus das Jenke Experiment mir angeguckt. Ohne so einen RTL-Flair geht es wohl nicht, muss man im Fernsehn immer so eine Freak-Show machen? Die Sendung mit dem Experiment war ja sehr bemüht, aber ich hab keine Geduld, für mich reich363346_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.det so was nicht. Ich bin irgendwie dieser Selbsttests leid. Dieses „wie das wohl ist, wenn man im Rollstuhl sitzt“. Mal davon abgesehen, dass man aufstehen kann, gibt es doch nicht das ganze Spektrum zu erkennen. Aber eine andere Frage, die sich mir stellt, ist, ob es dann vielleicht doch Hoffnung gibt. Wenn man allseits bekannte Klischees abdecken kann und wenn das dann noch nicht reicht, dann muss man was einbauen, wie Menschen, die sich gerne verstümmeln würden. Und das ist doch gut oder? Denn dann sind die Behinderten zu normal, zu langweilig.

Ich würde mir eine Sendung wünschen, in der ein Behinderter, ich weiß noch nicht mal, ob das gerade politisch korrekt ist, der irgendwas erzählen kann, oder irgendjemanden interviewt und weder das Eine noch das Andere hat etwas damit zu tun, dass einer der Gesprächspartner behindert ist. Dann gibt es eine andere einfühlsame Ebene, wo man den Rollstuhl als Rolli bezeichnet. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was ich von dem Ganzen halten soll. Ein Rollstuhl wird meiner Meinung nach nicht cooler oder toller, weil er nun Rolli heißt. Über Frauen, die Sandy oder Candy heißen macht man sich doch auch lustig. Also ist diese Rolli-Bezeichnung bewusster oder unbewusster Hohn? Kommt das noch aus den Kindertagen? Wo alles schön und niedlich war. Was bedeuten würde, dass man dann später auch nicht mehr ernst genommen wird im Rolli. Ich habe ja auch aufgehört, T-Shirts mit Mickey Mouse Motiven zu tragen. Oder bin ich seltsam, wenn ich mir über solche Ausdrücke Gedanken mache? Das ist das Problem, vielleicht sollte man mit verschiedenen Behinderten reden und dann sehen, dass es verschiedene Sichtweisen gibt. An manchen Stellen werde ich recht haben, an anderen werde ich falsch liegen. Ich bin nicht das Maß der Dinge zum Thema Behinderung und andere sind es auch nicht. Wie kriegt man also Normalität ins Fernsehn?

Was ist Normalität? Zwischendurch mal Interviews zu zeigen? Und dann noch die „ich komm hier nicht hoch“ Erfahrungen. Das ist besser als gar nichts. Aber langsam ist es mir kein Trost mehr. Bin ich zu streng? Mich nerven einfach diese Fallbeispiele, die dann mit „tapfer“, „super“ und „Respekt“ kommentiert werden. So normal ist es sicher nicht. Muss man eigentlich jede Situation von jedem nachempfinden können? Ich werde zum Beispiel nie erfahren, wie es ist ein Mann zu sein. Ich würde zu gerne wisse, woher diese Faszination für Behinderte kommt, vielleicht ist es die Antwort wie so oft aus der „Antike“.
Es gibt viele Möglichkeiten, Behinderte darzustellen. Einfach weil es viele sind. Zumindest war das Beispiel heute bei RTL hübsch auszusehen. Und wieder musste ich an dieses Bild aus der Zeitung von mir denken, was mich immer noch quält, wenn ich meinen Namen google.

(Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de)

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