Unsichtbar

611320_original_R_B_by_Erich Westendarp_pixelio.deMit der Kompetenz verhält es sich wohl so ähnlich wie mit der inneren Schönheit. Es sieht sie nur der, der sie sehen will. Neulich wurde ich auf dem Weg ins Büro in der U-Bahnhaltestelle angesprochen, ob ich denn wüsste, wie man zu dem einen bestimmten Gebäude kommt. Oder war es nur die Assistentin, die hinter mir gestanden hat, die gefragt wurde? Fairnesshalber muss man sagen, dass es sich hierbei um Kindergärtnerinnen gehandelt hat, die wohl andere Prioritäten im Hinterkopf haben müssen angesichts der zu betreuenden Kinderschar. Und sogar wenn die Kinder nicht gewesen wären, hätten die auch nicht wissen können, dass das Gebäude, nach dem sie fragen, das Gebäude neben dem ist, in dem ich arbeite. Dann wurde jemand zusätzlich gefragt, der zufällig an uns vorbeiging, ob er das nicht wüsste. Mir hat man gedankt. Und was war? Als ich dann die Passage der U-Bahn entlangfuhr, weiter auf meinem Weg ins Büro, kreuzten die zwei Kindergärtnerinnen und dieselbe Kinderschar meinen Weg und nahmen einen Ausgang, der fünf Meter vielleicht auch zehn, ich will nicht gemein sein, parallel zu dem lag, den ich ihnen genannt hatte.

Heute auf dem Weg ins Büro, vielleicht liegt es an der Route oder auch an der Uhrzeit, geht eine Frau an mir vorbei, wie zig andere Leute auch tagein tagaus. Sie ist bereits nicht mehr in meinem Blickfeld als sie anspricht, um nach dem Weg zu fragen. Und diesmal da war es wirklich die Assistentin wie bei dem Mann vor zwei Wochen, der den Bahnhof suchte. Heute wollte die Frau wissen, wo denn ein Aldi sei. Fairerweise muss man hier sagen, dass auf keiner Stirn geschrieben steht, wo man herkommt. Sonst wüssten diese Menschen, dass kaum eine meiner Assistentinnen aus Düsseldorf stammt. Ich weiß nicht wieso, aber ich denke nicht daran mich aus solchen Fragen raus zu halten. Eigentlich müsste ich das schon, sie hat ja solange gezögert bis ich an ihr vorüber gezogen bin. Ich erklärte ihr den Weg, dass die U-Bahn die schnellste Möglichkeit sei, mit Ausblick auf den Hauptbahnhof und sein reiches U-Bahn-Angebot. Sie wiederholte interessiert wie all die andern vor ihr. Ich fuhr zum Bahnhof und sie ging in die andere Richtung.

(Foto: Erich Westendarp  / pixelio.de)

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