Wie mein Flug war

409040_web_R_B_by_Dieter Schütz_pixelio.deIch hatte ja bereits geschrieben, dass ich ja gezwungen war durch die neuen Bestimmungen der Wizz Air auf deren superteuren 0900-Nummer anzurufen und der Sinn und Zweck der Sache sollte ja sein, dass die Herrschaften mir einen Platz zuweisen, weil das System bei der Online-Buchung nicht in der Lage war, mir einen Sitzplatz zu zu weisen aufgrund meiner Behinderung war das Ganze überfordert. Ich habe doch tatsächlich geglaubt, bevor ich da angerufen habe, dass es innerhalb von 2-3 Minuten erledigt wäre, aber nein der Anruf hat um die 12 Minuten gedauert. Weil der junge Mann der deutschen Sprache nicht so sehr mächtig war, um zu verstehen, was ich von ihm wollte und er hat wohl noch nie einem mobilitätseingeschränkten Passagier einen Sitzplatz zugewiesen. Kosten für dieses interessante Gespräch: 31,15€. Und das wird gleich noch wichtig, ich saß in der letzten Reihe, mein Sohn in der vierten.

Dass ich mich beschweren würde, war angesichts der zu erwartenden Kosten klar, aber ich wollte vielleicht den einen oder anderen Punkt, der noch nennenswert gewesen wäre, in Erfahrung bringen. Als ob ich es im Urin gehabt hätte. Ich habe mich schon am Flughafen erkundigt wie ich mich beschweren kann, sie waren äußerst zuvorkommend, aber helfen konnten sie mir nicht wirklich. Und Email ging auch nicht, da der Flug innerhalb einer Woche gewesen wäre und laut Internetseite brauchen sie einen Monat, um zu antworten. Und dann ging es an Bord mit einer leichten Verzögerung, weil unabhängig von der üblichen Manier mich als Erstes zu positionieren, wurde ich als Letzte ins Flugzeug gesetzt. Und, was soll ich sagen? Äußerst angenehm, wenn alle zusehen, aber das sollte nicht mein einziges Problem sein und auch wenig schmerzhaft. Letzte Reihe also, ich habe leider nicht mehr in Erinnerung wie der genaue Flugzeug-Typ heißt, auf jeden Fall ist hinter der letzen Reihe direkt eine Wand eingebaut, ja. So dass die beiden Herrschaften, die mich auf meinen Sitz heben sollten, ihre Probleme hatten, denn der Eine konnte nicht wie üblich hinter die Reihe gehen, um mich zu heben. Jetzt hätte ein naiver Mensch, so wie ich, gesagt, dass man mich doch bitte in den ersten Sitz am Gang setzen soll, aber nein die Auflage ist wohl Behinderte ans Fenster. Sehr sehr interessant. So weit ich konnte, bin ich in den Sitz ans Fenster gerobbt, während die Mitarbeiter des Flughafens mich durch gedrückt haben. Und auch wenn ich nicht mehr genau weiß wie der Flugzeug-Typ heißt, so weiß ich, dass jeder Zentimeter ausgenutzt ist. Zum Durchdrücken und zum Robben gab es nämlich auch keinen Platz, ich habe blaue Flecken davon getragen.

Jetzt musste ich mich beschweren. Angeblich wollte die Crew einen Bericht schreiben, ha. Zu Hause angekommen hatte ich herausgefunden, dass keine zusätzlichen Kosten aufgrund der Behinderung entstehen dürfen. Meine Argumentation. Zumindest sollte ich doch die Kosten für den Anruf rauskriegen und ich hatte schon ein wenig Sorge gehabt, wie es laufen würde. Wenn die mich ignorieren, fliegt man dann weiter? Und es wurde nicht besser als sie sich die eine, die andere und die dritte Woche nicht gemeldet haben. Aber dann, natürlich hatte ich mich dann richtig ausgekotzt, dass mein Kind, dass in dem Alter gar nicht alleine fliegen darf, quasi alleine geflogen ist, dass ich blaue Flecken hatte und so weiter. Und siehe da, mein Geld bekomme ich wieder plus einen kleinen Bonus und was hier das Wichtigste ist, das darf man nicht vergessen, eine Entschuldigung. Sogar eine fast kostenlose Telefonnummer, wo ich mich melden muss, wurde mir zur Verfügung gestellt, die hat rein zufällig auch den Weg der Veröffentlichung auf der Internetseite gefunden. Auch wenn ich nicht weiß, ob das ein Zufall war oder an meiner Beschwerde lag.

Fazit: Meckern hilft. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass es beiden Seiten hilft. Ich fühlte mich wirklich besser nachdem ich meine Beschwerde formuliert hatte. Das Gefühl als Passagier zweiter Klasse zu gelten, konnte ich teilweise ablegen und als dann die Entschuldigung der Wizz Air mich erreichte, fühlte ich mich im Gegensatz zu vorher ernstgenommen. Natürlich freue ich mich über den finanziellen Ausgleich, dennoch ist der respektvolle Umgang mit mir finanziell nicht aufzuwiegen. Das ist die Hauptsache. Und wenn man einer Institution jeglicher Art einen Hinweis gibt, wo noch Verbesserungsbedarf im Umgang mit körperlich eingeschränkten Kunden besteht, kann das nur für mich von Vorteil sein, denn Behinderte werden immer mehr als Kunden sichtbar und wichtiger. Deshalb ist es so wichtig immer ein Feedback zu geben und wie gesagt ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht und unter uns gesagt, ich hoffe, dass die nie herausfinden, dass es mir nicht um Gutscheine und Gutschriften geht.

(Foto: Dieter Schütz /pixelio.de)

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