Wie im Kinderzimmer

522619_web_R_B_by_Manfred Nuding_pixelio.deIch versuche es mal wieder mit einer Metapher oder so etwas ähnlichem. Prinzipiell werde ich schnell eines Themas überdrüssig, wenn alle darüber reden, brauche ich nicht noch etwas dazu zu schreiben. Aber die aktuelle Situation mit Griechenland ist nicht nur tragisch, sondern auch komödisch. Und ich denke nicht, dass ich die Erste bin, die so denkt, aber etwas passieren muss ja. Ich finde es äußerst spannend es zu beobachten. Es erinnert mich sogar ein wenig an ein Kinderzimmer. Wieso? Und jetzt bin ich wieder bei der Idee mit der Metapher, es ist als ob ein Kind aus lauter Unwissenheit vom rechten Wege abkommt. An der Stelle noch nicht politisch gemeint, aber jetzt und dadurch links wählt. Jetzt bin ich alles nur nicht besonders links oder linke Wahlversprechen sind einfach zu link. Ich gebe zu, das hört sich alles immer super an „Geld für alle“ am besten für umsonst. Vielleicht bin ich aber auch nur zu realistisch um außer Acht zu lassen, dass nicht erwähnt wird, woher dieses Geld kommen soll, das für Alle für umsonst.

Und wenn es der Bevölkerung Griechenlands nicht gut ging in den letzten Jahren, ist es für mich nicht wenig überraschend, dass man den Wahlversprechen „Alles viel besser für Alle“ Glauben geschenkt hatte. Bis hierhin für mich alles verständlich. Zu optimistisch, zu wenig realistisch, aber verständlich. Bei allem Verständnis, wie geht man damit um? Man wolle erst Mal unterstützen. Ist das aber wirklich clever von Anfang an gesagt zu haben, dass man auf keinen Fall will, dass Griechenland die Eurozone verlässt? So wie ich das jetzt verstehe, vielleicht fehlt mir da der Gesamtüberblick, ich weiß es nicht, aber hat man sich selbst auf der anderen Seite nicht eines Druckmittels beraubt? Wenn es wirklich keine Konsequenzen gibt für mein Handeln, warum sollte ich dann an meinem Verhalten etwas ändern? Und jetzt bin ich wirklich bei dem Kind und das beobachte ich immer wieder bei meinem eigenen Versuchsexemplar, wenn ich zu verstehen gebe, dass auf das Zimmer nicht aufräumen auf keinen Fall Fernsehverbot folgt, stattdessen warte ich ab, welche Optionen man mir anbietet in der Hoffnung, dass wir uns schon irgendwie einigen, dann kann es ja nichts mehr werden. Und müsste das Zimmer überhaupt aufgeräumt werden, wenn die Versuchsperson nicht zuvor an seiner Organisation und an seinem Ordnungsbewusstsein sichtbar Mängel erscheinen gelassen hätte?

Wie gesagt mir fällt immer wieder auf, dass ein Kind nicht in der Lage ist zu schätzen zu wissen, dass es mit einem Ausrutscher durchkommt, nein es fühlt sich bestätigt in dem einen Verhalten und man muss damit rechnen, dass es zur Norm wird. Und wenn die Konsequenzen nicht greifbar, spürbar werden, wie soll es auch den Ernst der Lage erkennen? Und jetzt stelle man sich vor ein Kind hätte mehrere Generationen Zeit ein Fehlverhalten festzufahren, dann könnte man es nicht nur verstehen, sondern man müsste zugeben, dass das Aufsichtsorgan versagt hat. Vielleicht ist es unfair Griechenland auf das Niveau eines Kindes zu reduzieren, aber anders verhalten sie sich gerade nicht. Was mein Kind angeht, scheint dies intelligenter zu sein. So haben wir heute zusammen in den Nachrichten gehört, dass der Nahverkehr umsonst fährt, konnte er so gar nicht verstehen. Oh Wunder, oh Wunder, warum die Taxifahrer mittlerweile kaum noch etwas verdienen. Nur so ein Beispiel, an dem man sich sicher aufhängen kann, denn wenn alle pleite sind, wird auch keiner mehr Taxi fahren solange sie nicht günstiger sind als Busse.

Gott sei Dank würde ein Referendum bei mir mangels Teilnehmer nicht zustande kommen, auch wenn ich jetzt schon vorhersehen könnte, was herauskommen würde, wenn die Fragestellung ähnlich der in Griechenland wäre. Wollen wir Konsequenzen oder lieber nicht? Unglaublich aber daran erkennt man spätestens, dass der Ernst der Lage noch lange nicht erkannt worden ist. Aber solange man noch jemanden hat, der das akzeptiert, kann man es ja versuchen. Mal sehen, ob und wann die Augen auf gehen. Wie sagte das Schäuble heute so schön, sie wehren sich so lange gegen ein Programm, aber ohne Programm geht es nicht. Mal sehen, mal sehen.

(Foto: Manfred Nuding / pixelio.de)

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Ein Gedanke zu „Wie im Kinderzimmer

  1. trotz eigener not helfen die griechen den flüchtlingen: ganz europa schimpft auf die faulen griechen und spricht von den milliardengeschenken, die griechenland angeblich bekommt, aber viele griechen kämpfen längst gegen eine ganz andere humanitäre katastrophe. in der ägäis treffen jede woche tausende flüchtlinge ein, die versorgt werden müssen. in den ersten monaten dieses jahres kamen bereits mehr als 60.000 flüchtlinge nach griechenland. sie alle brauchen etwas zu essen, medizinische versorgung und ein dach über dem kopf. aber die griechische bevölkerung selbst ist von der krise schwer getroffen, jeder dritte hat keine arbeit.
    https://campogeno.wordpress.com/2015/07/09/griechenland-solidaritat-mit-verzweifelten-fluchtlingen/

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