Dekolltismus

751366_web_R_by_fritz zühlke_pixelio.deAuch wenn ich gestern Shoppingqueen gesehen habe, will ich mal nicht darüber schreiben, aber ohne Klamotten komm ich auch diesmal nicht aus. Mal wieder Karnevalszeit. Habe ich schonmal geschrieben, dass ich immer behaupte, dass ich Karneval nicht mag, und dann wenn es soweit ist, dann ist es zu spät, dann habe ich kein Kostüm, verkleide mich nicht und es dann sein lasse? Dann bereue ich es. Ich bin spießig, verklemmt. Habe einen Stock im Arsch, der mir sicher das Sitzen sehr schwierig machen würde, aber im übertragenden Sinne stimmt das bestimmt. Im Grunde beneide ich die Menschen, die ausgelassen feiern können. Das einzige was ich an Karneval nicht mag, neben den Scherben und ggf den Kontakt mit meinen Reifen, sind die Frauen. Nicht Frauen im Allgemeinen. Wenn das der Fall wäre, hätte ich ein Problem über das ganze Jahr, nicht nur über eine Jahreszeit, egal wie sie nummeriert ist.

Wenn es dann tatsächlich zu spät ist und ich sehe die zurecht verkleideten Personen im Büro und auf der Straße, dann habe ich Ideen. Bei manchen ist der Rollstuhl mit eingebunden, bei anderen kommt mein Wesen zur Geltung, bei wieder anderen eher das, was ich gerne wäre. Umso länger ich darüber nachdenke, desto mehr Ideen habe ich. Im Grunde ist das so wie bei einem Text. Umso länger man sich beschäftigt, desto mehr wird daraus. Was dazu führt, dass ich umso mehr bereue all meine Ideen nicht in die Tat umzusetzen.

Mir wäre schon wichtig bei einem Kostüm, dass ich nicht Unmengen an Geld ausgebe und ich finde es auch interessanter, wenn man mit dem was man hat, arbeiten muss. Basteln, oder die bereits vorhandenen Klamotten so zu kombinieren, dass daraus ein Kostüm wird. Kaufen kann jeder. Aber umgestalten, DAS sollte die Herausfoderung sein. Aber es geht bestimmt immer noch schlimmer, als ein warmes Schweinchenkostüm. Die sind ja immer ganz cool, oh, in diesem Zusammenhang falsche Wortwahl, weil es zumindestens warm hält. Ich persönlich, hätte man mich damals gefragt, hätte Karneval in den Sommer gelegt. Aber, darüber habe ich auch schon geschrieben, man fragt mich ja nie nach meiner Meinung. Was mich wirklich stört, sind diese kleinen Mädchen und leider auch etwas größere Mädchen, die die ein, oder andere Wölbung an ihrem Körper haben, neu, oder schon länger, die sie zur Geltung bringen müssen. Diese sexy Lolita, die sexy Teufelchen, diese sexy Undefinierte, diese sexy… man glaubt nicht, was alles da daraußen sexy sein kann. Bis auf Schweine und so, die habe ich noch nie in sexy gesehen, aber sonst ist alles dabei.

Da lob ich mir die Frauen, wo die ein, oder andere Wölbung nicht ganz so gut gelungen ist. Vielleicht auch nur weil ich dieser Gattung mal angehört habe, so war es mir in einer bestimmten Lebensphase zu peinlich und ich war gezwungen abzuwarten, bis es günster war und meine Reife kam meiner Planung in die Quere. Das kann doch nicht der Sinn und Zweck von Karneval sein. Ne Ausrede zu haben, sich anzuziehen, wie so eine Schlampe. Vielleicht bin ich naiv, aber ich fürchte sogar, dass die ein, oder andere, die diesem Beruf nachgeht, hat mehr Klasse, als diese Kätzchen mit ihren halterlosen Strümpfen. Naja, aber wenn Karneval bedeutet, dass man aus der eigenen Haut treten kann, dann geht hier von keine Gefahr aus. Wenn sie meinen, so die Welt für die wenigen Tage aus den Fugen heben zu können, dagegen kommt keine Satire an. Wobei ich sicher die letzte bin, die das beurteilen kann. Schließlich verstehe ich keine dieser Eingeborenensprachen. Vielleicht würde sich mir die Welt des Karnevals eher erschließen, wenn ich dies täte. Vielleicht wär das auch eine Idee, es in eine Sprach umzusetzen, die man noch ‚Neuhochdeutsch‘ nennen könnte. Ob da wohl ein Anteil an Unterhaltsfaktor verloren ginge, wenn die Laute nicht ganz so lustig klängen?

Morgen ist Rosenmontag, da werden die Leute wieder unterwegs sein. Schön laut, bunt und leider auch besoffen. Und ich freue mich jetzt schon auf jedes Mädchen, was nicht als sexy Prinzessin verkleidet sein wird. Was sie meiner Meinung nach, was bestimmt auch andere denken, zur Königin macht.

Foto: (Fritz Zühlke  / pixelio.de)

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