Pippifax Resümee Teil 3

354086_web_R_K_B_by_Harald Wanetschka_pixelio.deFortsetzung vom 07.07.16

Aber wie heißt es so schön, nach wem auch immer, „erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“. Im Nachhinein kann ich von mir behaupten, dass es überraschend war. So überraschend, dass ich hoffe, es wird mir eine Lehre sein und es wird mir helfen, irgendwann solch einen Überraschungsmoment in eine Geschichte einzubauen. Denn, ich weiß es nicht, vielleicht ist es mir nicht gut gelungen oder vielleicht liegt es auch daran, dass ich es entwickelt habe, aber bei „Pippifax“ fand ich es nicht wirklich überraschend, dass Hubert noch was mit der Sache zu tun hatte. Es fehlte einfach, und das soll jetzt nicht nur eine Entschuldigung sein, Platz auf den 8 Seiten für irgendwelche Ablenkungsmanöver. Vielleicht fehlte es mir auch einfach an der Stelle an Begabung. So, ich denke der Spannungsbogen ist jetzt genug gespannt worden. Wie fiel jetzt wohl der Kommentar zu meiner Geschichte aus? Nun ja, überraschend war nicht nur die Art, sondern auch der Moment. Es ging um „show it, don’t tell it“ und da musste der Dozent lachen. Plötzlich fiel ihm meine Geschichte ein, wie ich doch mit mir gehadert hätte. Dass man mir anmerkt, dass der Dialog nicht funktioniert. Und dann musste er immer mehr lachen, habe ich schon gesagt, dass ich überrascht war? Was heißt das, wenn ein Dozent lacht? Ich muss ja äußerst selbstbewusst wirken, wenn man mir keinen Welpenbonus sowie Höflichkeit zukommen lassen kann. Nun ja, wie gesagt, ich hab die Geschichte seitdem auch nicht mehr gelesen und ehrlich gesagt, an Shakespeare musste ich auch nicht denken, als er seine Ergüsse vorgelesen hat.

Was mache ich also mit dieser Info jetzt? Nun ja, bewusst habe ich nichts gemacht. Ich wollte unzensierte Dynamik im Verlauf und außerdem fand ich es plötzlich komisch, als ich die Geschichte geschrieben habe, mir vorzustellen, was wohl die anderen machen, wenn einer von denen 1 ½ Seiten lang erstmal die dargebotene Information verarbeitet. Und ist es auch nicht besser für mich als Leser mitdenken zu müssen? Als jetzt nur gesagt zu bekommen, was jemand anderer denkt? Vielleicht rächt sich das auch, dass ich kaum gelesen habe, sondern nur Fernsehen gucke. Vielleicht ist hier aber auch mein neuer Schreibstil geboren, die reine Beobachtung des Geschehens soll im Vordergrund stehen, ohne einseitige Sympathie für denjenigen, der den inneren Monolog über Seiten mit sich hegt. Ohne den alten Mann, der aus einem Buch vorlesen mag, der erzählt, was die denn alle tun, gegebenenfalls bereits mit der vorgekauten Motivation. Wen interessiert schon der Tisch, an dem die Leute sitzen und sich streiten. Sagt man nicht, dass das geschriebene Wort die Phantasie anregt? Soll doch jeder den Tisch sehen, den er mag. Sollte er von Belang sein, wird er sicher benannt, meistens ist er es jedoch nicht. Eine Frau, die ich äußerst schätze, meinte dann auch zu mir, Grüße an dieser Stelle, dass wohl Schiller auch nur szenisch geschrieben hat. Und was hat ihm das gebracht? Ruhm und Ehre über Jahrhunderte. Ich wurde meiner Zeit eher mit Goethe gequält, deswegen glaube ich es ihr mal.

Nun ja, ich hoffe, das wird nicht mein neues Lieblingswort, es hat wohl keinen großen Eindruck gemacht, was der Herr Dozent an Reaktionen meiner Geschichte gegenüber brachte. Was ich mir auch immer dabei gedacht habe, gehandelt habe ich nach dem Motto „jetzt erst recht“. Ich schreibe wieder an einer kleinen Geschichte, wo hauptsächlich nur gesprochen wird und ich finde, es funktioniert. Aber wie gesagt, das dachte ich schon mal. Was den Schreibkurs angeht, der ist jetzt zu Ende, beginnt erst nächstes Semester wieder. Und ich weiß noch nicht, ob ich auch daran teilnehmen werde. Der Künstler in mir fühlt sich nicht ernstgenommen genug. Meine Arroganz lässt mich nicht mit Kritik umgehen und konstruktiv scheint die auch nicht zu sein. Auf der anderen Seite aber, ich habe mehr Disziplin fürs Schreiben entwickelt, neue Eindrücke gewonnen, über Problemlösungen gesprochen und der eine oder andere Text ist auch für meinen Blog hierbei rumgekommen. Und wie die Aufrufzahlen unter Beweis stellen, sind diese Texte besonders gut auch angekommen, auch wenn die meisten davon handelten, wie unfähig ich bin oder für wie unfähig ich mich halte. Die Gedanken des Tages, die ich habe aufleben lassen, die machen mir fast so viel Spaß, wie die Volltext-Lästereien. Also umsonst war es wirklich nicht. Ich weiß es nicht. Ratet mir doch mal was! In den letzten 2, 3 Wochen habe ich mich hingequält, aber auch diesen Text hier hätte es ohne den Kurs nicht gegeben. Wenn das Schreiben ein Muskel ist, wurde er dadurch gezwungen zu kontrahieren und das ist doch die Hauptsache, dass jetzt jeder Satz leichter fällt, von allein zu entstehen scheint. Vielleicht bin ich doch dem Großen und Ganzen ein Stück weit näher gekommen, auch wenn Shakespeare noch in weiter Ferne liegt.

Ende

(Foto: Harald Wanetschka / pixelio.de)

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