Rückenstress Teil 1

SAMSUNG CAMERA PICTURESUmso mehr technische Sachen man verwendet, umso weniger darf man sich wundern, dass eines davon ab und zu mal kaputt geht. Das gilt für Elektrorollstühle wie für Mikrowellen. Die Sache mit der Mikrowelle ist nicht ganz so spannend, deswegen werde ich sie jetzt überfliegen. Die funktionierte letztens wieder genauso gut wie ich verstehe, wie das Dingens funktioniert, nämlich gar nicht. Gibt es sowas wie ein Technikkarma? Wenn alles um einen herum kaputt geht? Und da werde ich noch einige Geschichten schreiben.. Dann kann es doch kein Zufall mehr sein. Eine Mikrowelle und ein Rollstuhl haben nichts miteinander gemein. Und schon bin ich wieder beim Thema.

Vor den Feiertagen ging mir mein Rollstuhl kaputt. Eigentlich eine ganz witzige Geschichte, so ähnlich wie wenn das Auto intakt ist, man aber trotzdem nicht fahren kann, weil sich die Handbremse nicht lösen lässt. Das sind immer die ärgerlichsten Behinderungen. In meinem Fall war das, dass sich das Rückenteil nicht mehr hochfahren ließ und ich im Rollstahl lag. Ich hab nämlich in meinem Chefsessel zig Funktionen und eine davon ist, dass ich mit der Steuerung das Rückenteil nach hinten und nach vorne stellen kann. Da kann kein Bürostuhl mithalten, das ist echt cool. Was weniger cool ist, ist wenn er aus der zurückgelehnten Position nicht mehr hochkommt. Ich war viel weniger chillig drauf in dem Moment, als ich aussah. Das blöde ist ja auch, mit so einem ausgefahrenen Rückenteil kommt man kaum noch durch die Tür. Also musste ich auf meinen Sessel verzichten.

Vor den Feiertagen kriegt man schnell Schiss, dass das eine sehr langwierige Angelegenheit wird. Und ich hatte bestimmt schon mal erwähnt, dass Geduld nicht meine Tugend ist. Und was meinen elektrischen Rollstuhl angeht, verstehe ich alles, nur keinen Spaß. Ich wollte letztens noch das Sanitätshaus gewechselt haben, sogar mit dem Segen der Krankenkasse, weil das, hatte ich auch schon mal erwähnt, Sanitätshaus, das ich vorher hatte, einen beschissenen –sorry, ich weiß, Ausdrucksweise, aber anders kann man das nicht mehr formulieren- Service abgeliefert hat. Ich überlegt hin und her, wie ich die am schnellsten dazu kriege, mir den zu reparieren ohne mir blöde Floskeln mit Kostenvoranschlägen anzuhören und so weiter. Es bot sich einfach an, die AOK zuerst anzurufen. Überaschenderweise versteht dich die AOK eher als Dienstleistungssektor als ein Sanitätshaus. Da kriegen Sie schon den Abteilungsleiter vor 8 Uhr ans Telefon. Beim Sanitätshaus ist um diese Uhrzeit noch nicht mal der Hausmeister da. Ja, es ist ein ironischer Unterton und den kann ich mir erlauben, solange ich kein Atemgerät oder sonstiges brauche.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum so viele über Krankenkassen lästern. Ich kann jetzt nicht überwiegend negatives berichten. Und später rief mich dann auch das Sanitätshaus an, um einen Termin auszumachen. Die wollten sage und schreibe, dass ich von 10 Uhr bis 17 Uhr Zuhause auf den Techniker warte. Der Heizungsinstallateur, der letztens da war, der konnte das auf zwei Stunden einschränken. Eine Unverschämtheit. Ich weiß, es gibt Termine, die dauern kürzer und ich weiß, es gibt Termine, die dauern länger. Aber wenn man länger schon Termine koordiniert, müsste man ja Erfahrungswerte haben. Mein Gott, das arme Sanitätshaus war völlig überfordert damit, dass ich nicht auf einen ganzen Arbeitstag verzichten wollte und die Trulla erklärte mir, dass sie ja nicht spontan noch am selben Tag nachmittags noch jemand zu mir schicken könnte, weil, da würde ihr Kollege ihr ja ins Genick springen, um es jugendfrei zu formulieren. Da müsste ich auf jeden Fall diese zwei Tage warten und wieder einmal bin ich froh, dass es nur der Rollstuhl war und nicht das Sauerstoffgerät.

Als ich dann am selben Tag von der Arbeit nach Hause kam, stand groteskerweise ein Auto dieses Sanitätshauses fast vor meiner Haustür. Aber an meiner Tür klingelte es nicht. Wieder so eine Unverschämtheit. Ich habe sogar länger überlegt, ob ich mich erneut bei der Krankenkasse melde, um mich wieder darüber zu beschweren, aber vielleicht sollte ich mir nicht zu viele Feinde machen mit meinen weltfremden Vorstellungen von Kundenservice und effizienten Routenplanungen. Es wäre vielleicht günstig, wenn so ein Sanitätshaus einen Kasten hätte, wo man alles reinschreiben würde, wo die Autos hinfahren und dann könnte man vergleichen und vielleicht hätte man gesehen, dass man sowieso einen Termin zu erledigen hat auf derselben Straße, am selben Tag. Auf meine ToDo-Liste kommt jetzt übrigens, dass wenn ich mal per Du bin mit Einem von der AOK, dass ich mal nachfrage, wie es sich so mit den Anfahrtspauschalen verhält. Sollte es keine geben, was ich mir nicht vorstellen kann, wäre das ja noch dümmer.

So der Text wäre zu lang gewesen für einen Eintrag, aber ich will mich nicht selber loben, der zweite Teil ist noch mehr gelungen, als der erste und es folgt eine Überraschung. Nicht nur für die Wendung, sondern auch für mich. Deshalb empfehle ich euch in aller Bescheidenheit den zweiten Teil.

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2 Gedanken zu „Rückenstress Teil 1

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