Women @ work

239259_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deIch hatte das letztes Jahr gar nicht geschrieben. Ich war im September bei einer IHK-Veranstaltung speziell für Frauen. Die Vorträge hörten sich recht interessant an und deshalb habe ich mich angemeldet. Als ich dann tatsächlich ankam, erlebte ich einen mittelschweren Schock. Ich dachte die Veranstaltung richtete sich prinzipiell an alle Frauen, aber nein, das hätte man der Veranstaltung, die angepriesen wurde, nicht angesehen, zumindest sah ich es nicht. Es war jedoch eine Veranstaltung für Frauen, in deren Liga ich so gar nicht spielte. Vielleicht hab ich das nicht gesehen, weil die IHK auch mich geprüft hatte in meiner super Ausbildung. Ich kleine Elwira fand mich plötzlich zwischen Geschäftsführerinnen, Abteilungsleiterinnen, Inhaberinnen und wer weiß wen wieder. Sowas von fehl am Platz war ich selten. Das hätte ich nichtgedacht. Man merkt mir immer noch meine Überraschung an, oder?

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Veranstaltung gelohnt hat. Ich habe sehr viele neue Eindrücke bekommen. Nicht nur genug, um einen Text für meinen Blog zu schreiben, nein, ich lernte einiges mehr. In den Vorträgen ging es darum, wie Frauen in der Geschäftswelt wirken. Wie sie ihre Körpersprache verbessern können, wie man sich durchsetzen muss, wie gesagt: ganz viele neue Anreize. Eine Frage eines Vortrages hallt mir bis heute im Gedächtnis nach: Wollen wir es unseren Töchtern nicht einfacher machen? Heute schon dafür sorgen. Eine Antwort darauf, wie man das tun könnte, war, dass Frauen lernen müssen zu netzwerken wie es Männer selbstverständlich schon immer taten. Selbstbewusst handeln, sein Licht, in dem Fall wohl ihr Licht, nicht unter den Scheffel stellen. Das klang alles so furchtbar, furchtbar motivierend. Allein deshalb lohnte es sich schon dort gewesen zu sein und immer wieder hinzugehen. Nach dem Motto: aus großer Motivation folgt großes Handeln. Tschakka! Auch hier immer noch im Nachhinein bin ich höchst motiviert.

Ja, das ist eine Sache. Eine andere Sache ist die Sache mit der Außenwirkung. Das Netzwerken will gelernt und gewollt sein. Zum Einen müsste man nicht innere Tode sterben, allein bei dem Gedanken auf andere zugehen zu müssen. Zum Anderen, das fand ich noch viel gruseliger, während das erste mein persönliches Pech ist, so ist das andere Problem, dass man was im Angebot haben muss, bevor man verkaufen kann. Und jetzt widerspreche ich allen Selbst-Marketing Büchern, sich selbst reicht nicht aus. Ich wurde gefragt, wo ich denn arbeiten würde. Da meinte ich, ich sehe da keinen Grund zu lügen, bei der Stadtverwaltung. Und was kommt mir da entgegen? Ein gequältes „Ah, das ist aber schön.“. Gespräch zu Ende. „Schön“, ich übersetze mal, „scheiße“. Tja, und wie soll man jetzt netzwerken? Mal von mir abgesehen, frage ich mich, wie das jetzt mit dem netzwerken funktionieren soll, wenn jeder nur abcheckt was er denn vom netzwerken mit jemand anderem hätte, kommt es dann wirklich noch zum netzwerken? Nicht so wirklich oder? Denn warum sollte man mit jemandem netzwerken, der auf der einen oder anderen Ebene unter einem steht, und wie ich feststellen musste, steht wohl die Stadtverwaltung ganz unten in der Rangordnung, wenn man doch nicht offensichtlich was davon hat. Ich dachte man netzwerkt um des Netzwerkens Willens. Wohl falsch gedacht.

So viel zur Theorie. Eine andere Problematik die ich sehe ist, dass ich nicht immer erkennen kann, dass Frauen selbstlos teilen wollen. Dass der Futterneid auf der Karriereleiter, und sogar schon im Dachgeschoss immer noch enorm groß ist. Das wurde nicht angesprochen. Ich glaube schon, dass es bei Männern anders läuft. Da werden auch Nachfolger aufgebaut, während es bei Frauen so ist, dass man den Abstand zu sich selbst so groß wie möglich halten möchte. Als ob man seine ganze Energie darauf verwenden würde, sich die anderen Weibchen vom Hals zu halten. Ist es wirklich noch eine gesunde Form des Egoismus? Da sollte man auf jeden Fall ansetzen, dass man auch als Frau an der Sache arbeitet und nicht für sich selbst. Vielleicht ist das der Erfolg, in dem Männernetzwerk. Und solange Frauen das nicht einsehen werden, dass ihre Stutenbissigkeit im großen Ganzen kontraproduktiv ist, werden Männer ihnen immer ein Stück voraus sein. Schade eigentlich, aber das ist das, was ich beobachte. Dabei sollen Frauen doch solche sozialen Wesen sein.

(Foto: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de)

 

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