Facebookerfahrung die 7.

Screenshot_2017-04-25-18-11-16Mr. X war sehr bemüht. Recht schnell erzählte er mir dann, dass er mich ja lieben würde. Und ich dachte mir dann: Oh mein Gott, oh mein Gott. Da gibt sich einer Mühe alle Klischees auf einmal zu verwenden. Oder ist es das nicht? Sagt man es schwarzen Männern nicht immer nach, dass sie schnell mit „I love you“ kommen? Was soll das? Denkt er, ich bin doof? Hat das schon mal geklappt? Egal, probieren wir mal aus, was passiert, wenn man darauf eingeht. Irgendwie hat er das dann doch niedlicher gemacht. Der wollte erst mal wissen, ob ich Single wäre. Ich war davon wenig beeindruckt. Ich glaube, ich hab noch nicht mal die ersten paar Male zurückgeschrieben. Er hat nur eine Rückmeldung von mir bekommen, er könnte ja auf meine Seite gehen, wenn er mehr über mich erfahren möchte. Das mach ich immer, wenn die sich ohne Grund melden. Meistens erledigt sich das dann, aber er blieb dran.

Irgendwann hab ich dann doch geantwortet. Das war nicht, weil der was besonders tolles geschrieben hat, noch nicht mal das, nein, ich hatte Zeit und mir war langweilig und er ist als einziges übriggeblieben. Dann ist mir noch aufgefallen, dass ich irgendwie weniger Freundschaftsanfragen gestellt bekommen habe als sonst immer. Und ich fragte mich, ob es daran liegen könnte, dass der komische Kerl mich gesperrt hatte. Die Recherche diesbezüglich hat nichts ergeben, aber seltsam war es schon. Kurz bevor ich aus dem Haus gehen musste, und es sich nicht mehr anbot, irgendwas Neues zu beginnen, großartig zu recherchieren oder anzufangen, schrieb er dann wieder. Er schrieb und ich wollte mir einen Spaß erlauben. Wie gesagt, mal gucken, was passiert.

Was schreibt man auf „Hi“? „Hi, how are you?“ Hi, fine.“ So, mal sehen. Die Frage, ob ich Single bin, oder jemanden habe, kam erneut. Die habe ich dann wahrheitsgemäß beantwortet. Das hat gefallen und er wäre gerne derjenige, der mir hilft. Und dann weiß man plötzlich, dass sich einer mit einem auseinandergesetzt hat. Er muss ja auf meinem Profil gewesen sein, denn ich hatte ihm nie geschrieben, dass ich behindert bin oder gegebenenfalls irgendwelche Arten von Hilfestellungen bräuchte. Die bot er mir dann als nächstes an. Weiter habe ich das ignoriert. Als nächstes kam dann, ob ich gerne heiraten wollen würde. Und ich fand die Antwort so richtig gut. Hatte ich schon geschrieben, dass es richtig schön ist, wenn es keine Bedeutung hat? Dann ist man nicht nur frei, sondern auch schlagfertig. Ich antwortete ihm: „Kommt drauf an, wer fragt.“ Was ergab sich daraus? Ob ich denn ja sagen würde, wenn er mich fragen würde. Nun ja, ich kenne ihn nicht. Kein Problem, wir könnten uns ja noch kennen lernen, aber ob ich ihn heiraten würde, weil er mich liebt. Da dachte ich mir an der Stelle, dass er meine Intelligenz beleidigt und meinte nur, ja klar, er sollte nur Bescheid sagen, wann. Jederzeit, wenn wir es wollen, aber wir müssten uns echt noch besser kennen lernen. Da war ich natürlich beruhigt.

Solls das jetzt gewesen sein? Ich meine, heißt es nicht, verliebt, verlobt, verheiratet? Ich war weder verliebt, noch verlobt, aber so wie es aussieht, bald verheiratet. Ich wollte dann vom Thema ablenken. „Wo kommst du denn her?“ Die Frage, die sich mir da stellte, nachdem er mir sagte, dass es sich um Gambia handelte, war, wie er sich denn seine Hilfestellungen vorstellte oder auch die Heirat. Dafür müsste ich nur rüber kommen. Und dann fiel mir ein, dass Deutschland ja so ein tolles Land ist, dass ich auf keinen Fall hier weg möchte. Gambia wäre auch toll und ich sollte vielleicht da Urlaub machen. Ich könnte auf jeden Fall da mal Urlaub machen. Und wenn ich dann da Urlaub mache, dann könnten wir heiraten und ich könnte dann wieder zurück fahren. Und dann könnte ich immer wieder dahin fahren. Okay, ich hab eher an so was gedacht wie eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland oder „Schick mal Geld rüber“ oder „Sei mir hörig, Weib.“ Aber an eine staatlich abgesegnete Fernbeziehung hätte ich nicht gedacht, als ich mich auf dieses Gespräch eingelassen habe. Ich war enttäuscht. Jetzt nicht wirklich, aber ich glaub, dieser Zustand beschreibt es am besten. Wenn man schon einen Ehemann hat, will man ihn doch dauerhaft quälen, oder? Ich hätte vielleicht da mal nachfragen sollen, wozu ich denn heiraten sollte, wenn er nicht ständig bei mir wäre, für meinen Lebensunterhalt sorgt, seine ehelichen Pflichten abarbeitet, mir den Haushalt macht. Aber dazu kam es nicht mehr.

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