Facebookerfahrung die 11.

Screenshot_2017-04-25-18-11-16Es machte Spaß mit Mr. X. Ich nahm das nicht so ernst. Mal gucken, wie lange das Ganze dauert. Erstmal bin ich ja in den Urlaub gefahren und ich bin davon ausgegangen, dass es den Urlaub über sowieso nicht hält. Warum denn auch? Es ist ein kleiner Flirt mit Einem, der ganz weit weg ist. Ich setze jetzt nicht auf Verschiebungen die Gambia und Deutschland einander näher bringen würden. Und trotzdem war es spannend zu gucken, was er schreibt und auch in meinem Urlaub habe ich jedes Wlan Netz missbraucht, um ins Internet gehen zu können. Damit das Ganze schneller geht, damit der Sohnemann sich nicht langweilt, bat ich meine Assistentin meine Nachrichten schon mal zu checken während ich mit meiner Oma gequakt habe. Und dann, das werde ich wahrscheinlich niemals vergessen, guckte sie mich völlig schockiert an, nicht weil sie die Nachrichten checken sollte, sondern weil da irgendeine Nachricht war. Ich wollte sofort wissen, was Sache ist. Wer hatte gekündigt? Wann ist in meine Wohnung eingebrochen worden? Wie groß ist der Wasserschaden? Ich habe wirklich mit Allem gerechnet. Sie meinte später wäre besser, aber wenn man so mit wirklich Allem und nur dem Allerschlimmsten rechnet, kann man nicht warten.

Und da war sie. Die Nachricht von der zukünftigen Ehefrau von Mr. X. Ich konnte sie nur überfliegen. Ich saß immer noch am Tisch mit meiner Oma, es war total unhöflich. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, ich wusste nicht, was ich denken sollte. Habe ich mich in deren Beziehung eingemischt? Wer ist das? Was ist das nur für eine Sorte von Mann, dass er so was nötig hat? Bin ich benutzt worden? Bin ich verletzt? Was mache ich jetzt? Wie gehe ich damit um? Was antworte ich ihr? Und das alles während meine Oma mich immer noch volltextet von meiner Cousine, die ja so toll ist, von ihrem Ehemann, dem neuen Haus und das alles mit 21, alles super und so weiter und so fort. Meine Oma halt. Die Spezialistin dafür einem wirklich, wirklich Grund zu geben, sich schlecht zu fühlen. Wie so ein richtiger Versager. Und während ich versuche ihr zuzuhören, während ich versuche da höflich drauf zu antworten, nicht ganz so neidisch zu wirken, schießen weitere Gedanken durch meinen Kopf. Soll ich mich da raus halten? Aber wenn ich das wäre, würde ich nicht wollen, dass man mir hilft? Müssen wir Frauen nicht zusammen halten? Und dabei erzählt mir meine Oma, wie toll doch das Baby von meiner Cousine entwickelt ist. Der ist so richtig clever, der kann schon alleine mit dem Handy spielen. Nun ja, dazu muss man wissen, dass mein Kind nicht auf der Beliebtheitsskala meiner Oma ganz oben steht, und das ärgert mich dann auch zusätzlich. Dann denke ich mir noch: sollte ich ihm denn die Gelegenheit geben, sich zu erklären? Sollte ich der Sache weiter auf den Grund gehen und heraus finden, was es mit der Sache auf sich hat oder soll ich mich heraushalten? Und auch bei meinen anderen Cousinen läuft es spitze. Ja das kann meine Oma wirklich gut. Einem das Gefühl zu geben, man hätte nichts erreicht. Nur die anderen um einen herum konnten was aus sich machen. Wie war das? Kriege ich das noch zitiert? Meine andere Cousine, die alleinerziehend ist, die geht ja nie raus, die hat ja niemanden. Die hat nur das Kind, mit dem sie ihre Abende verbringt. Die ist in derselben Lage wie ich. Nur, dass meine Cousine nicht behindert ist. Toll Oma. Das ist, egal in welcher Lage, immer schön zu hören. Und parallel frage ich mich: habe ich etwas falsch gemacht, hätte ich mich anders verhalten sollen? Klar wusste ich nichts von seiner Zukünftigen, aber ich würde doch auch nicht wollen, dass irgendwelche Frauen mit meinem Macker flirten. Und ich weiß, wie sich das anfühlt betrogen zu werden. Das ist nicht schön. Meine Cousine, die hätte vorsichtiger sein können, sagt meine Oma. Die andere hat das viel besser gemacht. Wenn ich wirklich bemüht sein will, nicht neidisch wirken zu wollen, dann darf ich jetzt nicht erwähnen, dass man das bei einer 2-Jahres Ehe nicht sagen kann, wie erfolgreich sie ist. Ich sehe das sicher zu kritisch. So würde sie mir drauf antworten. Eigentlich habe ich keine Lust das für andere Leute zu klären. Ich kenne den Mann keine zwei Wochen, was geht mich das an? Nachher gibt er mir die Schuld und ich werde beleidigt. Was für ein Mistkerl. Warum tun Männer das? Natürlich nicht der Mann von meiner Cousine, aber über den reden wir ja auch nicht. Zumindest ich nicht. Es ist so schwer sich auf meine Oma zu konzentrieren, vor allem, weil das Thema nicht konzentrierungswürdig ist. Es würde mich auch so aufregen, vielleicht ist es sogar gut, dass ich eine Ablenkung habe, dass ich nicht darüber nachdenken muss, was ich ihr antworten will, weil sie ja schon ungewollt unverschämt ist. Was soll’s, das wird man wohl nicht mehr ändern können. Das Andere muss man klären, oder zumindest eine klare Entscheidung treffen.

 

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