Mamma Mia!

0Mamma Mia.jpgApropos Filmkritik: Ich war am Wochenende auch im Kino, „Mamma Mia! Here We Go Again“. Boah, war der scheiße. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich mach’s kurz: Absoluter Beschiss. Die Geschichte auf zwei Ebenen ist erstens so gar nicht meins. Zweitens ist die eine Ebene die gewesen, die wir schon aus dem ersten Teil in Kurzformat erzählt bekommen haben. Die Geschichte, wie es zur Zeugung von Sophie kam. Die Kurzfassung war doch sehr viel interessanter.Ich hab ja diese Konzentrationsschwäche, aber ich habe in Erinnerung, dass es hieß: Sam, Bill, Harry. Sie musste ja noch mit Harry in Paris sein, und in der Version war es plötzlich Harry, Sam, Bill. Und die Liaison mit Sam hätte ich mir irgendwie romantischer vorgestellt. Ich weiß nicht. Jetzt gab’s halt die Bilder dazu. Und die Penner, die haben Donna getötet. Aber keine Sorge, später ist sie doch noch da und singt ein paar Lieder mit. Und apropos Lieder: Ich will es jetzt nicht an genauen Zahlen festmachen, aber die meisten kannte ich schon, nicht von meinem Player, von dem auch, aber aus dem ersten Teil. Andere Lieder wiederum ließen mich zweifeln, ob die wirklich von ABBA sind, zumindest waren sie mir nicht als solche bekannt. Ich wollte ins Kino, um ein schönes leichtes Sommer-Fun-Musical zu sehen. Nicht wirklich was anspruchsvolles. OK, das mit dem nicht anspruchsvoll habe ich bekommen, aber das war’s dann auch schon.

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass auf der zweiten Erzählebene so absolut gar nichts nennenswertes passiert? Vielleicht ist das aber auch mein Fehler, vielleicht ist es blöd, dass ich den ersten Teil noch vor zwei Wochen gesehen habe. Und meine kleine bescheidene Meinung ist, dass hätten die Macher des Films auch tun sollen. Anschlussfehler bis zum Abwinken. Ist Sophie nicht in die weite Welt hinausgezogen? Plötzlich hockt sie nur noch da, ohne Erklärung, wieso. Ist Harry nicht schwul? OK, das ist kein Anschlussfehler sondern einfach kein weiteres Eingehen auf zuvor genannte Tatsachen, denn plötzlich ist er geschlechtslos. Habe ich das im ersten Teil nur falsch verstanden oder ist Donnas Mutter tot gewesen? Naja, im zweiten halt nicht mehr.

Ich bin ungern gemein, aber der Auftritt der Großmutter, die verkörpert wurde von Cher, wirkte sehr danach, als ob man hätte Cher ein Rolle geben müssen und alle anderen Rollen waren schon unwiderruflich besetzt. So völlig losgelöst von allem ,mal abgesehen davon, dass man gedacht hatte, sie wäre tot. In der Werbung habe ich immer gedacht, es geht darum, dass sie plötzlich auftaucht. Wenn man das erklärt hätte, hätte man vielleicht besser damit zurechtkommen können. Erstens taucht sie nur zum Schluss auf, aber ihr Dasein erfüllt gar keinen Zweck. Gar keinen. Wirklich nicht. Ich hab’s nicht verstanden. Und sie singt dann auch ein Lied. Weil ihre Jugendliebe der Fernando ist, der rein zufällig auch der Verwalter von dem Hotel ist, für das Sophie so gar kein Geld hatte. Fernando, alles klar. Was könnte Cher dann also für ein Lied singen? Klar, Fernando. Und wieder mal liegt das Problem bei mir. Ich habe letztens eine Doku über ABBA gesehen, und da hieß es, dass „Fernando“ das einzige ansatzweise politische Lied von ABBA gewesen ist. Da hieß es irgendwas von Flüchtlingen und Unruhen in Latein-Amerika. So. Mehr habe ich auch nicht in Erinnerung. Jetzt wird ja in dem Musical der Text übersetzt und auf der Leinwand eingeblendet. Und da singt sie was von Waffen und Kanonen, in dem Zusammenhang ein sehr romantisches Lied. Bei Wikipedia heißt es, dass sich das Lied auf Unruhen 1910 oder 1840 bezieht. Ja ich weiß, man kennt das Alter von Cher nicht genau, und da kann es schon sein, dass sie mit ihrem liebsten zu jener Zeit im Widerstand gekämpft hat. So sieht sie auch aus.

So zum Schluss ist zu sagen, was ich schon am Anfang erwähnt hatte: furchtbar. Furchtbar. Am liebsten hätte ich mein Geld zurückgefordert. Und das ist schade, weil ich steh eigentlich auf all das. Ich steh auf Musicals, ich steh auf ABBA, ich steh auf Meryl Streep – ach ja, die war ja die meiste Zeit des Films tot. Ich hab schon gedacht, dass sie klug genug gewesen wäre, auf den Film zu verzichten, weil das einfach viel zu blöd war. Ich steh auch auf Cher, aber in dem Film hat sie mich ehrlich gesagt mehr als erschrocken. Ich dachte immer, Cher trotzt all den Leuten, die sagen, Schönheits-OPs sind nicht gut. Bei ihr scheint es wohl ja zu funktionieren, Hat es ja, bis auf die letzte. Ne, das war wirklich gruselig. Und sie ist Sängerin, aber ich fand ihre Stimme für diese Musical-Liedchen nicht passend. Und die Choreographien waren so nicht da, der Film wirkte so traurig, so lieblos, so deprimierend. Was ich aus dem Film mitnehmen werde: die Kritiken ernster nehmen. Ich habe diesmal drauf verzichtet, weil ich mir gedacht habe, dass sie schlecht sind, aber ich dachte, ich steh ja trotzdem drauf. Und ich weiß jetzt, dass Menschen nur alt werden und dann ist es nicht mehr so lustig, heiter und lebensfroh, und dann sterben sie. Alles deprimierend. Absolute Verschwendung meiner Zeit.

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