Erinnerung

499328_web_R_by_Alexander Klaus_pixelio.deHeute ein alter Text vom 28. Mai 2015 zum Thema Facebook.

https://dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com/2015/05/28/was-gibts-neues/

Viel Spaß beim Lesen!!

(Foto: Alexander Klaus / pixelio.de)

Facebookerfahrung die 16.

Screenshot_2017-04-25-18-11-16Tja, ich hätte vielleicht nicht fragen sollen. Aber sehr viel länger hätte es auch nicht dauern können. Was halte ich jetzt von der ganzen Sache? Ich glaube, wenn ich richtig verzweifelt wäre, würde ich mich auch an jedem Strohhalm festklammern, der an mir vorbeischwimmt, oder? Aber irgendwie kommt mir das auch bekannt vor. Das und die Ironie von Schicksal ist, dass mir zwei Tage später ein Eintrag von einer meiner sogenannten Freunde gezeigt wurde, er hat wohl einer Frau aus Bosnien, Russland, keine Ahnung Geld überwiesen, es war sogar für ihr Kind, es war auch nicht für ihn und dann hat er nichts mehr von ihr gehört. Und alle kommentierten, wie blöd man doch sein kann. Ja, das ist wieder so eine Sache, mit der ich meine Probleme habe. Ist Mitleid mit anderen, helfen zu wollen blöd oder ist es eher bemerkenswert? Im Grunde, wenn man Geld nach Afrika spendet, weiß man auch nicht, was Weiterlesen

Facebookerfahrung die 15.

Screenshot_2017-04-25-18-11-16Ich war so zufrieden mit mir, mit ihm, mit dem Ganzen, auch wenn ich das Ganze sehr verrückt fand. Ich meine, ich chatte da mit irgendjemanden auf der anderen Seite der Welt und bilde mir ein, dass er mich versteht, trotz der sprachlichen Barriere, das kann doch nicht sein. Aber es wurde immer mehr zu einem festen Telefontermin, so intensiv und so langatmig, dass sogar manche meiner Aufgaben liegen geblieben sind, weil ich ja telefonieren musste zu einer bestimmten Uhrzeit. Es gab sogar Auswirkungen auf meine Arbeit. Jetzt glaubt man vielleicht, dass ich zu müde, dass ich zu abgelenkt war. Nee, das war es nicht. Das Gegenteil war es auch nicht. Es war einfach nur so, als ob ich eine Rüstung hätte, eine Rüstung aus guter Laune, keiner kann mir was, egal wie blöd mir einer kommt, ich bin immer noch happy, schon fast gruselig happy. Und dabei versuchten so viele, so oft meine Laune zu sprengen. Wer hat nicht jemanden im Büro, der reinkommt und so eine Fresse zieht, dass man denkt, der Tag ist vorbei und sich dann gefühlt von meiner guten Laune hat anstecken lassen. Alleine das war diesen ganzen Aufwand wert.

 

Ich konnte nicht genug von ihm kriegen, das war wie eine Droge. Droge klingt so negativ, wie eine Medizin, wie ein Zaubertrank. Ja ich denke, Zaubertrank ist das richtige Wort. Und plötzlich da geht alles, die Grenzen des Möglichen können überwunden werden, man kann einfach alles. Natürlich weiß ich nicht, wie es ihm ging, aber es gab keinen Zweifel daran, dass es weniger sein könnte. Ganz im Gegenteil wenn wir verabredet waren zu einer bestimmten Uhrzeit, dann war er zu dieser Uhrzeit da, Punkt. Das kannte ich noch anders von meinen anderen afrikanischen Erfahrungen. Wenn ich mal nicht telefonieren konnte, so habe ich Ärger bekommen.

Und dann konnte er plötzlich nicht mehr telefonieren, sein Onkel hatte einen Unfall und da war er nicht zum verabredeten Zeitpunkt erreichbar, hinterließ mir nur eine Nachricht. Okay, natürlich tut mir das Leid und ich hoffe, dass es bald wieder gut ist, aber ich hätte auch gedacht, dass wir dann ganz normal weiter telefonieren können. Nein, er musste jeden Tag ins Krankenhaus. Das schränkte unsere Telefonzeiten stark ein und die Themenfelder genauso. Ich konnte es kaum erwarten bis diese Zeit vorbei war, aber wollte natürlich mit Trost und Verständnis zur Seite stehen, helfen soweit man kann.

Vielleicht hätte man das Wort helfen nicht ganz so groß schreiben sollen, denn irgendwann wurde mir auch erklärt, wie teuer das Krankenhaus ist, wieviel Geld man hätte und wie groß die Differenz ist und dass man wirklich nicht weiß, wie man das auftreiben könnte. Ich hätte ja keine Ahnung, wie es bei denen da ist, wir hätten ja viel mehr Geld als die. Anfangs wurde ich stutzig, aber hörte mir das vorerst nur an. Solange man mich nicht fragt, ist es eine ganz normale Unterhaltung und wenn man Geldsorgen hat, spricht man doch darüber, also ist das normal. Also hörte ich zu und dann wurde mehr darüber gesprochen und mehr betont, wie die Unterschiede zwischen unseren beiden Welten sind. Und dass man gar nicht weiß, was man machen soll und wie verzweifelt man ist. Irgendwann konnte ich nicht mehr, er drückte mich mit seinen Äußerungen an die Wand. Da habe ich ihn ganz offen gefragt, ob er mich nach Geld fragen würde. Und er meinte, wenn ich ihm helfen wollen würde, so würde er mich nicht davon abhalten.

Facebookerfahrung die 14.

Screenshot_2017-04-25-18-11-16Schwamm drüber und gucken, was passiert. Sie hatte mich immer wieder angeschrieben und ich hatte sie immer wieder konsequent ignoriert. Blockieren wollte ich sie nicht, dafür war ich dann doch zu neugierig und ich wollte ihr nicht das Gefühl geben, dass sie mir so wichtig ist, dass ich mich der ganzen Sache entziehen muss. Vielleicht habe ich sie auch ein bisschen provoziert, als ich, nur um zu gucken was passiert, gefordert habe, man könnte mein Foto auf seiner Internetseite posten, wenn man es ernst meinen würde. Oh mein Gott, oh mein Gott, wie schnell man ein Foto irgendwo runter holen kann und irgendwo anders posten kann. Ich wusste gar nicht, dass das so schnell geht. Da wurde mir bewusst: eigentlich kann das jeder meiner Freunde machen, Fotos von mir auf seiner Seite posten. Vielleicht nicht nur da. Nun ja, ich habe einen Blog, ich könnte mir jetzt Sorgen über den Datenschutz machen, um meine Privatsphäre, aber ich glaube zu einer Bloggerin passt es nicht, widerspricht es dem nicht sogar? Gott sei Dank sind es die schmeichelhaftesten Fotos von mir und von Anfang an war ich clever genug, den Account bei Facebook nur für meinen Blog zu nutzen. Weiterlesen