Kinderernährung mit System

66798_web_R_by_schubalu_pixelio.deIch hatte gar nicht mehr erwähnt, was für ein Eis ich mir ausgesucht hatte. Es war ein McFlurry mit vielen bunten Smarties. Das habe ich als Teenie immer geliebt. Was mir dann, als ich mich an einen Tisch gesetzt hatte auffiel, war, dass das Klientel von McDonalds nicht so bunt war wie mein Eis. Eigentlich war ich umzingelt von Teenies und Familien. Ich frage mich wieso? Günstig, naja, über Geschmack lässt sich streiten. Es gibt doch genug Alternativen für Kinder. Mein Sohn, z.B. hatte Phasen, da war es egal was er isst, Hauptsache er konnte es mit Stäbchen essen.

Ich persönlich finde, vielleicht liegt es auch nur an mir, das bei McDonalds alles so ziemlich gleich schmeckt. Nicht besonders scharf, nicht besonders süß, oder wenn süß, dann viel zu süß. Muss wohl ein Problem der Systemgastronomie sein. Kein Platz für unter anderem individuelle Geschmacksnuancen. Aber was tut man den Kindern damit an? Das Spektrum, was sie dadurch erfahren, wird immer kleiner. Dann muss man zu Hause auch immer Pommes und Chicken Nuggets machen und ich hatte mich ja schon mal über das „Panieren bis der Arzt kommt“ in der Kinderküche beschwert. Nur bunt, nur fettig, nur süß. Das ist doch das, was die Kleinen mögen. Ich wage dies jedoch zu bezweifeln. Ich denke, Kinder imitieren doch ihre Umgebung, so müssten sie doch auch das Essverhalten imitieren.

Eine kleine persönliche Anekdote: Als mein Sohn drei oder vier Jahre alt war, habe ich ganz gerne mal Camembert genascht. (Vielleicht sollte jemand diesen Teil lesen, der auch den Text liest zum Thema: „Ich verstehe nicht, warum ich immer wieder zunehme“). Ich hatte mir den Camembert immer in dünne Stückchen geschnitten, auf den Teller gelegt und ihn beim Fernsehen gegessen. (Gleich zwei Diätfehler, ich weiß.) Irgendwann konnte man beobachten, dass unter dem Tisch eine kleine Kinderhand hervorkam, die nach dem Camembert griff. Und das war nicht nur einmal, um zu probieren, sondern immer wieder. Man könnte meinen, dass es zu streng für ihn war, aber nein.

Wer hat denn das Gerücht in die Welt gesetzt, das Kinder kein Gemüse mögen? Zum Ende des Kindergartens hin und in der Schule musste ich feststellen, dass mein Sohn auch anfängt, mich zu nerven. Ich glaube, da schaukeln sie sich aber gegenseitig hoch, höher am höchsten. Um so wichtiger ist es, dass Eltern nicht darauf eingehen. Mit dieser Taktik sind uns bis jetzt nur Brokkoli und Spargel als Feindbilder geblieben. Aber ich bin auch ehrlich genug zu erwähnen, dass er es immer wieder versucht, auch zusätzliches Gemüse zu verweigern. Ich wiederum versuche ihm das so verhasste Gemüse immer wieder unterzujubeln. In verschiedenen Rezepten, alle paar Wochen, in der Hoffnung, dass sich der Geschmack gewandelt hat. Und auch wenn man vielleicht Bohnen nicht so sehr mag, haben sie den Vorteil, dass sie kein Brokkoli sind. Jetzt muss ich nur noch anfangen, Brokkoli gegen Spargeln auszustechen (kein beabsichtigter Wortwitz). Klingt vielleicht seltsam, aber es entwickelt sich so langsam zu meinem Hobby und ich kann es nur empfehlen.

(Foto: schubalu  / pixelio.de)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s